Chennai Photo Biennale 2019 Fauna der Spiegel

Indiens größtes fotografisches Ereignis

Die Vorbereitungen für die Chennai Photo Biennale 2019 (CPB) sind die zweite Ausgabe von Indiens größtem Fotoereignis. Die Veranstaltung findet vom 22. Februar bis 24. März in Form von Großausstellungen in verschiedenen öffentlichen Räumen statt. Drucke von Werken von über 50 Künstlern aus 13 Ländern werden in der Stadt Chennai, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu, sowie im Südwesten des Subkontinents ausgestellt. Die Biennale zielt darauf ab, verschiedene Gemeinschaften einzubeziehen und zu bereichern und die Betrachtung der Fotografie auf demokratischere und zugänglichere Weise zu fördern. Durch die Aktivierung von Veranstaltungsorten in ganz Chennai - von Bahnhöfen des Chennai Mass Rapid Transit Systems bis hin zu Regierungsgebäuden - möchte die Biennale das kulturelle Angebot der Stadt für Einwohner und Besucher gleichermaßen verbessern.

 

 

Zu den teilnehmenden indischen Künstlern, Institutionen und Kollektiven, die ihre Arbeiten auf der Biennale ausstellen werden, gehören Archana Hande, Arpan Mukherjee, das Desire Machine Collective, Gauri Gill, Nalini Malani, Nandini Valli Muthiah, das Nationale Institut für Design Gandhinagar und das Nationale Institut für Modetechnologie Chennai. Navjot Altaf, Raqs Media Collective, Sheba Chhachhi und Sonia Jabbar sowie die Srishti School of Art, Design and Technology. Zu den vorgestellten internationalen Künstlern zählen einige glänzende Headliner: die britische Dokumentarfotografin Anna Fox, die französisch-algerische Schriftstellerin und Künstlerin Kader Attia, die iranische Fotografin Shadi Ghadirian (Iran) und die australische Fotografin Tracey Moffatt.

Die Philosophie für diese Ausgabe der Biennale ist Fauna der Spiegel. Es ist ein Hinweis auf einen alten chinesischen Mythos, der auf die Existenz eines alternativen Universums hinweist, das sich hinter dem Spiegel befindet. In dieser anderen Welt liegt eine andere Dimension, Heimat unbekannter Kreaturen und unbekannter Möglichkeiten. Die Biennale wird von der gemeinnützigen CPB-Stiftung mitbegründet und mitorganisiert. Das Goethe-Institut / Max Müller Bhavan, Chennai, hat den renommierten Bildhauer und Foto-Performance-Künstler Pushpamala N. als künstlerischen Leiter für die zweite Ausgabe ausgewählt .

Pushapamala ist eine Pionierin der Konzeptkunst in Indien, die ihre künstlerische Karriere in den 90er Jahren durch narrative Skulpturen begann. Die in Bangalore lebende Künstlerin gilt heute als eine der bedeutendsten Bilderstürmerinnen der zeitgenössischen indischen Kunst. Sie ist bekannt für ihre äußerst feministische Arbeit, die Authentizität ablehnt und den Begriff der multiplen Realität aufgreift und sich mit den Medien Skulptur, Schreiben, Fotografie und Kuration befasst. Sie beabsichtigt, das Mythos-Thema zu verwenden, um zu verstehen, ob die Kunst der Fotografie ein Spiegelbild des modernen Lebens von heute ist, indem sie eine parallele Welt von Bildern schafft und jeden Tag das Außerirdische findet und umgekehrt. Sie hofft daher, die alte Fabel nutzen zu können, um über die Philosophie und Poetik der Fotografie in der Moderne nachzudenken.

 

 

Neben den Ausstellungen bietet die Biennale ein umfangreiches Programm mit Künstlergesprächen, Workshops, Filmen, Projektionen, Residenzen, Initiativen zur Entwicklung von Fähigkeiten in der Fotografie und vielem mehr. Darüber hinaus wird die Internationale Fotokonferenz vom 16. bis 17. März Teil ihres Programms sein. Dies wird das erste seiner Art in Indien sein und steht allen offen. Der Titel der Konferenz lautet "Light Writing: The Photographic Image Reloaded" und wird von der Shergil-Sundaram Arts Foundation unterstützt und von Savera präsentiert. Die Konferenz beinhaltet die Präsentation von Beiträgen zum heutigen Stand der Fotografie durch eine Vielzahl von Künstlern, Kuratoren und Wissenschaftlern. Zu den Rednern zählen die nigerianische zeitgenössische Künstlerin Emeka Okereke, die singapurische Schriftstellerin, Künstlerin und Kuratorin Zhuang Wubin sowie der indische Wissenschaftler YS Alone.

In ihrer zweiten Ausgabe bestand eine wichtige Initiative der Biennale darin, in einem frühen Stadium des Lernens mit Studenten zusammenzuarbeiten. ein weiterer Beweis für ihr Engagement für die Demokratisierung der Kunst, ihrer Praxis und ihres Genusses. Das CPB-Bildungsprogramm wurde im November 2018 gestartet und hat iPhone-Fotocamps in Schulen in ganz Chennai mit 265 Schülern (10-16 Jahre) durchgeführt. Diese Workshops mit Studenten werden auch nach der Biennale fortgesetzt. Zwischen dem 25. und 1. Februar 3 wurde ein Workshop für fortgeschrittene Wohnfotografien mit 2019 ausgewählten Studenten durchgeführt. Die daraus resultierenden Arbeiten werden auf der Biennale präsentiert. Dies ist ein Beweis für die dynamische Energie der bevorstehenden Veranstaltung, die sich für Inklusivität einsetzt.

 

Zahra Abba Omar