Tücher des Himmels

ART AFRICA, Ausgabe 08.

Abdoulaye Konaté

 

Portrait of Abdoulaye Konate. Photo: © Sébastien Rieussec. Image courtesy of artist & photographer.

Portrait of Abdoulaye Konaté. Photo: © Sébastien Rieussec. Image courtesy of artist & photographer.

Der malische Künstler Abdoulaye Konaté hat in der Ausstellung 'Die Tücher des Himmels' in der Galerie 38 in Casablanca und in der CDG-Stiftung in Rabat einen Dialog mit traditionellen marokkanischen Textilien und den Kunsthandwerkern von Fes aufgenommen, um einzigartige Werke zu schaffen. Wie der Künstler in einem Interview mit betonte KUNST AFRIKA Magazin: „Marokko hat das Glück, heute in Fez talentierte Handwerker zu haben, daher konnte ich diese Zusammenarbeit nicht weitergeben. Die Gelegenheit, mit den Handwerkern Marokkos zusammenzuarbeiten, war auch eine Wahl der Galerie 38, und ich danke ihnen sehr. “

Konaté’s meeting with the last Master of the traditional brocade of Fez, El Haj Abdelkader Ouazzani, marks this artistic exchange between two countries sharing one great heritage. This encounter also perpetuates a long history of mobility in the Islamic world in Africa, where from the 8th century the people, artisans and traders never stopped travelling, from West Africa to the Swahili coast and through the Indian Ocean. They carried with them goods like textiles as well as their skills, techniques and styles. It is through this circulation of forms and ideas that great tradition and regional specialisations emerged. Mali specialised in embroidery and textiles with bazin, a traditional Malian cotton textile hand-dyed by women that is still renowned locally and internationally today – especially in Guinea, Nigeria, Senegal and Mauritania. Morocco specialized in every kind of crafts and Fez became a capital city for all artisans.

 

Abdoulaye Konaté, Komposition für Haj Abdelkader Ouazzani - Fès Nr. 3, 2016. Textil, 190 x 216 cm. © Sebastien Rieussec.

Abdoulaye Konaté, Composition for Haj Abdelkader Ouazzani – Fès n°3, 2016. Textil, 190 x 216 cm. © Sebastien Rieussec.

In seiner Kompositionen für Fez Abdoulaye Konaté, der in der Ausstellung „Die Tücher des Himmels“ gezeigt wurde, verwendete sowohl Bazin als auch traditionelles Fassi-Brokat und Stickereien aus Fes, benannt nach der alten Fassi-Familie, die seit dem 8. Jahrhundert in der Stadt lebt. Konatés Kompositionen sind rein ästhetisch: Er hinterfragt die Beziehung zwischen Farben und verbindet die westliche Moderne mit der afrikanischen Symbolik. Diese Arbeit kann auch mit dem "Anikonismus" in der muslimischen Welt in Verbindung gebracht werden, indem abstraktes Design verwendet und jegliche gegenständlichen Bilder vermieden werden. Abstraktion ist jedoch nur eine Richtung, die Konatés Arbeit antreibt. Der zweite ist sehr engagiert und zielt darauf ab, aktuelle soziale und politische Themen wie seine Arbeit zu kritisieren Nein zur Scharia in Timbuktu ausgestellt im Arab World Institute für die Ausstellung "Schätze des Islam in Afrika".

Abdoulaye Konaté ist ausgebildeter Maler und sagt: „Er verwendet Textilien, als wäre es Farbe.“ Aber seine Arbeit ist physisch präsent als ein Gemälde. Indem er Bazinstreifen aneinanderreiht und überlagert, schafft er farbenfrohe visuelle und optische Effekte, die zu Meisterwerken zwischen Malerei, Skulptur und Installation führen.

"The Cloths of Heaven" war vom 38. März bis 16. April 16 in der La Galerie 2017 in Casablanca zu sehen.

Ein zweiter Teil der Ausstellung fand vom 28. März bis 30. April in der CDG-Stiftung Rabat im Rahmen der Veranstaltung 'L'Afrique en Capitale' unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät des Königs Mohammed VI. Statt.

Beide Ausstellungen wurden von Armelle Dakouo kuratiert. 

Mathilde Lepert ist Mitarbeiterin des ART AFRICA Magazins.

FEATURED IMAGE: Abdoulaye Konate, Composition Rouge Pour – Fès n°3, 2016. Textile, 190 x 216 cm. © Sebastien Rieussec.