Nathaniel Sheppard III auf der Art Next Expo 2017

Von Mäusen und Meistern

How Johannesburg-based collective Danger Gevaar Ingozi Studio took South African printmaking to unexpected heights in Hong Kong – all on a shoestring budget.

 

Nathaniel Shepherd, Gefahr Gevaar Ingozi, 2018, gedruckt auf Iwisa Maismehlbeuteln, 1000 x 1000. Nathaniel Shepherd, Gefahr Gevaar Ingozi, 2018, gedruckt auf Iwisa Maismehlbeuteln, 1000 x 1000.

 

Alle Künstler um uns herum hatten den Aufbau ihrer Stände abgeschlossen. Die Messe würde in weniger als zwölf Stunden beginnen und mehr als 20 000 Besucher werden während der viertägigen Messe erwartet. Im Leerlauf mit einer Kamera in der Hand bot ich an, alles zu tun, was das Setup für das südafrikanische Studio beschleunigen könnte.

"Nein, danke", betonte Nathaniel Sheppard III, Mitbegründer des Künstlers bei Danger Gevaar Ingozi (DGI). „Wir werden warten, bis die Jungs zu Hause die Arbeit beendet haben. Dann kuratieren wir diese Sache zusammen, über WhatsApp oder Skype oder so. Es macht mir nichts aus, hier eingesperrt zu werden, um fertig zu werden, aber [das Studio] wird es zusammen tun.

 

Nathaniel Sheppard III, Geburt von Umabone Kude, 2016.Nathaniel Sheppard III, Geburt von Umabone Kude, 2016.

 

When the opportunity came up months earlier in 2017 to exhibit at Art Next – a Hong Kong-based international art fair connecting emerging artists to art collectors – anxiety rippled through DGI’s studio in downtown Johannesburg. Hongkong. Ein eigener Stand. Ein Ticket zum Ausstellen, Verkaufen, Verbinden und Gestalten mit Studios und Künstlern auf einem Kontinent entfernt. Bei der Wiedergabe von „Schlangen und Leitern“ durch die Kunstwelt war das Studio auf der höchsten Leiter gelandet. Angst war zu erwarten.

Wie würde ein Kollektiv von über fünfzehn Künstlern (und Zählern) vertreten sein? Was ist mit der Finanzierung? Welche Werke würden ausgestellt? Was ist, wenn die Arbeit des Kollektivs für das Publikum in Hongkong (oder seine Strafverfolgungsbehörden) als "zu politisch ausgesprochen" eingestuft wird?

Angesichts der bevorstehenden Bewerbungsfristen tat DGI das Logische für ein aufstrebendes Kunststudio, das versuchte, eine neue Generation von Künstlern und Denkern zu fördern: Es bezahlte einen Ausstellungsstand auf der Art Next, kaufte zwei Tickets nach Hongkong und betete, dass alle 30 kg Reisedrucke würde die Reise faltenfrei überleben.

In conversation with co-owner, Anaz Mia, shortly before the journey, he explained the decision to send the studio to Hong Kong as a moment where need met opportunity. In DGI’s case, the need was risk – the entrepreneurial kind. Since its opening in 2016, the studio has steadily been building a canon of work supported by collaborative relationships and tied together by a common desire to dismantle narratives of cultural, spatial and social domination largely through the accessible medium of print and the practice of dialogue. Turning this work into a creatively and financially sustainable endeavor has not proved easy.

For the artists doing the dismantling – printmakers like Allyssa Herman, Sbongiseni Khulu, Chad Cordeiro, Nathaniel Sheppard III and others – rare is the chance to step out of the shadows and boundaries of practice of South African ‘masters’ in order to engage in global ways of envisioning society through art with artists and non-artists alike. However, as an emerging black-owned studio, DGI is determined to chart a bold trajectory for its artists.

Das Ergebnis: Nach dem Kampf gegen einen Taifun, den städtischen Gefällen in Hongkong und den Herausforderungen der Selbstorganisation mit begrenztem Budget in einer unbekannten Wirtschaft nahm die internationale Ausstellung „Precious Cargo“ der DGI mehrere Leben in Anspruch. Es wurde bei Art Next eröffnet und übernahm eine Galerie für das Full Circle Art Africa Festival, bevor es in Form einer von Sheppard III durchgeführten Street-Art-Intervention in die Stadt gelangte.

"Precious Cargo" bezog sich auf ein Stück über den kolonialen Gefangenen von Khoisan, Saartjie Baartman, und versuchte, die globale Objektivierung sowohl afrikanischer Künstler als auch ihrer Kunst zu zerstören. Obwohl in der südafrikanischen Erfahrung verwurzelt, sind die Themen Klasse, Macht und Überleben der Ausstellung kulturübergreifend.

 

Nathaniel Sheppard, Press Forward, 2016.Nathaniel Sheppard, Drücken Sie Vorwärts, 2016.

 

“This is a conversation between me, the paper, the wall – but also between me, Chad [Cordeiro], Sbongiseni [Khulu] and the paper that led to this paper,” Sheppard III told me as he worked through a lonely night to paste up his mural. My help was declined on this project too as his phone buzzed occasionally with banter and feedback from a team timezones away in Johannesburg.

It is this spirit of dialogue, trust and resourcefulness – persistent even in a city that edifies the individual over the group – that hints confidently at DGI’s trajectory not just for itself, but for the artist’s pursuit of that holy grail of mastery.

Dinika Govender

Ausgewähltes Bild: Nathaniel Sheppard III auf der Art Next Expo 2017