AA STORY SAJM Amler-raviv

Exhibition Review: ‘The Voice of a Citizen’ by Arlene Amaler-Raviv

Arlene Amaler-Raviv's Einzelausstellung' Die Stimme eines Bürgers ', die derzeit im Südafrikanisches Jüdisches Museum (SAJM) in Kapstadt erinnert an die Allegorie von Platons Höhle. In diesem speziellen Fall scheint ihr Bericht die Rolle des gequälten Gefangenen zu spielen, der die Welt jenseits der Höhlenmauer gesehen hat, aber - wie alle Inhaftierten - die Schatten, die ihre gegenseitige Realität umschreiben, nicht vollständig erschüttern kann.
 

AA STORY SAJM Amler-ravivIm Uhrzeigersinn von links: Arlene Amaler-Raviv, Address Unknown from the series ‘Politicians, businessmen and workers,’ oil and enamel on aluminium; Norden Süden Osten WestenÖl auf Originalpostkarte; Norden Süden Osten WestenÖl auf Originalpostkarte; Teil der Arbeit, The Hamlyn Children’s History of the WorldÖl auf Papier. Bilder mit freundlicher Genehmigung des South African Jewish Museum.
 
Die SAJM war einst eine funktionierende Synagoge (die erste ihrer Art in Südafrika). Als Ort der kulturellen Bewahrung wurde die Synagoge intakt gehalten, ergänzt durch die Erweiterung des Museums um eine begehbare Erfahrung darüber, wie es gewesen sein könnte, im Litauen des 19. Jahrhunderts zu leben. Die beiden verbinden eine angrenzende Rampe, die die Ankunft der jüdischen Einwanderer am Kap nachahmt, von denen die meisten beschlossen hatten, sich ein neues Leben außerhalb der damals von Russland dominierten antisemitischen Rhetorik zu suchen. Als Ort, der sich in den Mittelpunkt dieser beiden Welten stellt, fungiert das South African Jewish Museum als Katalysator für die Geschichte der Künstlerin Arlene Amaler-Raviv und bringt die Vergangenheit als Ort der Befragung vor unsere Haustür.
 
Ihre Arbeit Norden Süden Osten Westen ist eine Auswahl von neunzig Postkarten, die im Laufe des Lebens des Künstlers gesammelt wurden. In sechs Gruppen zu je fünfzehn Personen aufgehängt und in Glas montiert, präsentieren die Bilder die Geschichte des Künstlers als eine Reihe miteinander verbundener Ereignisse und Erfahrungen. Anstelle der Gefühle der Nostalgie, die normalerweise mit der Postkarte verbunden sind, wurden Amaler-Ravivs Postkarten mit Farbe überarbeitet, wodurch Fokus- und Löschbereiche geschaffen wurden, die ihre Erfahrung (sowohl zeitlich als auch örtlich) in den Vordergrund der Analyse stellen. Hier wird die Geschichte nicht zum Nachdenken festgehalten, sondern ausgegraben und vor Ihnen abgelegt, gegenwärtig und lebendig.
 
The postcards are displayed so that the viewer can walk around them. On one side the images and on the other the artist’s notes. Seemingly disparate, these entries give substance to the imagery, joining the dots to form a spider-web of metaphoric motif. Little events, smashed and reconstituted in order to make the unseen seen; “In 1990 in End Street downtown Johannesburg I photographed this Zulu man drawn on the wall. This beautiful REAL MAN walked into my photograph. He is the first man, my ICON.” Further down the row of imagery this ghostly figure steps out onto Friedrichstrabe in Berlin, 1930, only to disappear once more beneath newspaper clippings; images of the fort in Cape Town, the colosseum, inscriptions of dates and phrases — “I too am a civilian,” “Here I was 2011” — a circle with an ‘x’ to mark the spot.
 
Die Leichtigkeit, mit der die Künstlerin diese Figur durch ihre Arbeit über geistige und körperliche Grenzen hinweg trägt, spricht ebenso für die Formbarkeit des menschlichen Geistes wie für die verschiedenen Grade der Versetzung, die durch unsere materielle Welt erzeugt werden - alle Dinge verbunden, alle Dinge isoliert. Obwohl vorhanden, bleibt die Silhouette immateriell, der Jedermann, und wird immer nur durch Wiederholung real. Es ist die Beharrlichkeit der Erinnerung in ihrer Arbeit, die die Zeit auf sich selbst zurückbiegt und es der Künstlerin ermöglicht, ihre Beziehung zum Abstrakten zu hinterfragen, zu sprechen of es so gut wie zu es.
 
Wie der Titel der Ausstellung "Die Stimme eines Bürgers" zeigt, handelt es sich bei Arlene Amaler-Raviv nicht um eine introspektive Selbstanalyse, sondern um eine Art Kommunikation. sich des Selbst als "Bürger" - eines von vielen - bewusst zu sein und gleichzeitig die sedimentären Untertöne eines Individuums zu erfassen, das im abstrakten Begriff des Nationalstaates gefangen ist. Welche Art von Stimme kann ein einzelner Bürger haben, wenn nicht die des Kollektivs?
 
Die in Südafrika geborene Arlene Amaler-Raviv erhielt einen BA Fine Art Degree von der University of the Witwatersrand, wo sie bei Robert Hodgins studierte. In den 1970er Jahren war sie an Kunsterziehung, Workshops, Unterricht und Lehrerausbildungsprogrammen beteiligt. Sie hat ihre Arbeiten in ganz Südafrika und international ausgestellt. 1996 lebte sie in den Niederlanden, wo sie an der Kuratierung der Ausstellung „Afrika trifft Afrika“ im Ethnologischen Museum in Rotterdam mitwirkte. Die Ausstellung im SAJM läuft bis zum 2. Oktober 2015.