Florine Demosthene, die letzten Überreste (Collage auf Mylar 61x91cm x 24 1 / 8.2x35 7 / 8in)

"Tore von Horn und Elfenbein"

"Tore von Horn und Elfenbein"

mit

FLOR DEMOSTHEN
LIZETTE CHIRRIME
IWAJLA KLINKE

Freitag, 10. August 18: 00-21: 00 Uhr
Auftritt von Lizette Chirrime 19:30
Linienstraße 130, Mitte

 

Florine Demosthene, die letzten Überreste (Collage auf Mylar 61x91cm x 24 1 / 8.2x35 7 / 8in)Florine Demosthene, Die letzten Überreste (Collage auf Mylar 61 x 91 cm x 24 1 / 8.2 × 35 7 / 8in)

 

Erdig Rot- und Brauntöne mischen sich mit beruhigendem Blau und Grün, um wirbelnde, tanzende Figuren inmitten üppiger Textilien zu schaffen. Dann gibt es verträumte, schwebende Frauen - vor marmoriertem Himmel, zugleich massiv und doch ätherisch, schwimmend in rauchigen Geistern. An anderer Stelle stehen Kinder vor düsteren Kulissen. Gegen die samtige Dunkelheit erstrahlen sie vor Leben, geschmückt mit fantastischen Kostümen und Kopfbedeckungen, und das Licht fängt sie in Farbtupfern ein. Tore von Horn und Elfenbein (11. August - 23. September) in der Kristin Hjellegjerde Berlin präsentiert die Werke von Florine Demosthene, Lizette Chirrime und Iwajla Klinke. Durch ihre vielfältigen, aber komplementären Praktiken werden Identitäten analysiert und überarbeitet, während sich der Titel an dem antiken Griechenland orientiert, einer Zeit, in der wahre und falsche Träume durch Horn bzw. Elfenbein gingen: Was wir sehen, kann so verführerisch sein, wie es mag erleuchten.

Die Arbeit des in Kapstadt lebenden mosambikanischen Künstlers Lizette Chirrime ist gleichzeitig ermächtigend und therapeutisch. „Ich bin unter sehr harten Bedingungen aufgewachsen, wütend und voller Angst vor dem Leben und ohne Selbstwertgefühl“, sagt sie. "Diese abstrakten Formen rufen den menschlichen Körper hervor, und in meiner auf Identität reagierenden Praxis gestalte ich mein Selbstbild neu und überschreite eine schmerzhafte Erziehung, die mich zerbrochen und gebrochen hat." Sie kreiert großformatige, abstrakte Textilstücke und „näht“ sich buchstäblich wieder zusammen, um befreite, erhebende Figuren zu schaffen, die auf der Leinwand tanzen. "Diese Zahlen erinnern an gut gekleidete afrikanische Frauen, die feiern", sagt sie. "Meine Arbeit wird von Wasser, der Frau und einer Kombination aus Glück und Traurigkeit geleitet und beeinflusst." Chirrimes Arbeit spiegelt auch ihre starke Verbindung zur Natur wider. "In gewissem Sinne ist die Frau eine Seele, die eine Frucht namens Mensch entblößt", sagt sie. „Wenn die Seele vernachlässigt wird, entblößt auch der Boden getrennte Früchte. Diese Trennung führt zu Vernachlässigung, zu Gewalt. Wir müssen daran erinnert werden, dass wir dazu gebracht sind, zu lieben, Licht und Hoffnung zu nähren. Natur, Schönheit, Leben und Tod: Sie sind alle miteinander verbunden. “

Die Arbeit des haitianisch-amerikanischen Künstlers Florine Demosthene Ausgangspunkt ist auch der weibliche Körper sowie die Zugehörigkeit. Indem sie Bilder dekonstruiert und dann wieder aufbaut, stellt sie sich eine neue Art schwarzer Heldin vor. Mit einer Mischung aus Tinte, Holzkohle, Ölstift und Glitzer zeigt sie üppige, kurvenreiche Körper, die gleichzeitig schwerelos erscheinen - schwebend, wie von unten gesehen, auf eine höhere Ebene übergehend. Mit den Worten des Schriftstellers Ayodeji Rotinwa: „Diese jenseitigen Frauen schweben über einer dystopischen Welt des Verfalls und der Zerstörung. Sie können die Macht haben, die Zukunft zu erraten, sich über die Zeit zu bewegen und zu heilen. “ Demosthenes Verwendung von Tinte, die sie dann sorgfältig abtupft, ein Prozess, bei dem die Anwendung abgebrochen und entfernt wird, wodurch unsere vorgefassten Vorstellungen davon, was eine Heldin ist, aufgehoben werden. "Wer bist du, wenn du all die Geschichten abstreifst, die dir erzählt wurden, Geschichten, die du als Wahrheit angenommen hast?" Sie fragt.

Schließlich immer noch mit dem Körper zu tun, aber mit mehr Fokus auf kulturellen Ausdruck, Ritual, Schmuck und Kostüm, Berlin Iwajla Klinke arbeitet vorwiegend in der Fotografie. Ihr Thema ist vielfältig und nimmt sie mit auf Reisen rund um den Globus, da sie sich für alles interessiert, von der Vogelhochzeit in Ostdeutschland (zum Ende des Winters) bis zur Karwoche in Sizilien. Die Schriftstellerin Simone Sondermann erklärt: „Die tiefe Ernsthaftigkeit und die stolze Haltung derjenigen, die in Klinkes Bildern dargestellt sind, erinnern an die Porträts von Studiofotografen des späten 19. Jahrhunderts oder Malern des Goldenen Zeitalters.“ Wenn es um das Thema geht, interessiert sich Klinke für das, was sie als "den Unterschied zwischen Universen der Kindheit und des Erwachsenenalters" bezeichnet, und konzentriert sich auf "das Überqueren, Beenden, Verlassen und Übergehen von einem zum anderen". In ihren Porträts stellen hoch geschmückte Kinder „Übergangsriten dar, die in der Außenwelt gefangen sind und den Kokon der Kindheit feiern“. Hier präsentiert sie Arbeiten aus Mexiko und Indien, deren Motive vor einem tiefschwarzen Hintergrund fotografiert und sanft beleuchtet werden durch natürliches Licht Porträts im klassischen Stil zu schaffen, die gleichzeitig völlig zeitgemäß sind.

Zusammen schaffen diese drei Künstler einen Raum, in dem Identitäten erforscht und untersucht, wieder aufgebaut, neu geschmiedet und geschätzt werden. In einer sich ständig verändernden Welt, in der sich die kulturellen Signifikanten ständig verändern, stellen sie unsere vorgefassten Vorstellungen von Schönheit in Frage und leiten unsere Träume entweder durch Horn oder durch Elfenbein.

"Tore von Horn und Elfenbein" läuft vom 11. August bis 23. September 2018 in der Kristin Hjellegjerde Berlin

Informationen für Journalisten:

Über Lizette Chirrime
Lizette Chirrime wurde 1973 in Maputo, Mosambik, geboren, wo sie aufwuchs und bis zum Alter von 17 Jahren die Handelsschule besuchte. Das Schaffen von Kunstwerken mit Farbe und Nähen war für sie immer ein wichtiger Zeitvertreib und sie erhielt nie eine formale Kunstausbildung. 2004 wurde sie zu ihrer ersten Einzelausstellung nach Mosambik eingeladen und 2005 nahm sie eine Residency in den Greatmore Studios in Kapstadt, Südafrika, an. Sie schafft großformatige textilgetriebene Arbeiten, die in einer Collage aus bedruckten Stoffen gerendert werden, von Tshwe-tshwe bis zu anderen sogenannten afrikanischen Drucken, die mit Kleidern auf dem Kontinent in Verbindung gebracht werden. Zu den jüngsten Einzelausstellungen gehören Eine Sinfonia da Alma Liberta II (Klänge einer freien Seele),Die WORLDART Gallery, Kapstadt (2016) und Gruppenausstellungen umfassen die Cape Town Art Fair (2018), das Essence Festival, Durban; Kleiderordnung, Galerie MoMo; 35,Lizamore and Associates, Johannesburg und 1:54 London (alle 2017) und Frauenarbeit,Nationalgalerie Kapstadt (2016). Chirrime lebt und arbeitet in Kapstadt.

Über Florine Demosthene
Florine Demosthene wurde in den USA geboren und wuchs zwischen Port-au-Prince, Haiti und New York auf. Sie erhielt ihren BFA von Parsons der New School für Design in New York und ihren MFA vom Hunter College der City University of New York. Sie hat ausgiebig in Gruppen- und Einzelausstellungen in den USA, der Karibik, Großbritannien, Europa und Westafrika ausgestellt, darunter kürzlich Einzelausstellungen Der Ausbruch, Nafasi Art Space Gallery, Daressalam (2016) und Das Capture, Galerie MOMO, Johannesburg (2015). Ihre Arbeit wurde in der Erstausgabe von vorgestellt Arc, eine Zeitschrift, die sich der Hervorhebung aufstrebender und etablierter karibischer Künstler widmet. Sie ist auch eine 2012 Keyholder-Bewohnerin der Lower East Side Printshop in New York City und war Gastkünstlerin für die Dakar Biennale 2014. Sie erhielt außerdem ein Tulsa Artist Fellowship, ein Art Moves Africa Grant und ein Stipendium der Joan Mitchell Foundation. Sie lebt zwischen New York, Accra und Johannesburg.

Über Iwajla Klinke
Die in Greifswald geborene Iwajla Klinke studierte Kunstgeschichte, Islamwissenschaft und Jüdische Studien an der Freien Universität Berlin und schloss sie 2002 ab. Zu den jüngsten Einzelausstellungen gehören Kleinkinder, Museum Haus Löwenberg, Gengenbach; Oneironauts, Galerie Voss, Düsseldorf; palindrom, Stadtische Galerie, Bad Reichenhall (alle 2018) und Infantes, Galerie Anne de Villepoix, Paris (2017). Ihre Gruppenausstellungen umfassen Tore von Horn und ElfenbeinKristin Hjellegjerde, Berlin; EinGemachter Mensch, Kallmann Museum, München (beide 2018) und Sammlung Neuflize, Paris (2017). 2014 erhielt sie den Neuflize OBC Personalpreis.

Für weitere Informationen und hochauflösende Bilder wenden Sie sich bitte an Kristin Hjellegjerde unter info@kristinhjellegjerde.com