Ngozi Schommers, Selbstporträt. Perforiertes Papier auf Aquarellpapier 100 x 150 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.

Fragen, wie Haare die Identität der Afrikaner im Nationalmuseum von Lagos prägen

Ngozi Schommers Einzelausstellung "Die Art, wie wir maskieren". Kuratiert von Wura-Natasha Ogunji, zu sehen im Nationalmuseum von Lagos, Nigeria

Ngozi Schommers präsentiert ihre zweite Einzelausstellung "Die Art, wie wir maskieren"., vom 2. bis 14. November 2019 im Nationalmuseum in Lagos. Die Ausstellung zeigt neue großformatige Arbeiten aus perforiertem Papier, Konfetti, Pailletten, Aquarell, Acryl und Faser sowie eine Installation mit achtundfünfzig Zeichnungen.

Ngozi Schommers, Mein Kopf unter. Perforiertes Papier, Pailletten, Designpapier, Aquarell, Tinte auf Aquarellpapier, 150 x 180 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.Ngozi Schommers, Mein Kopf unter. Perforiertes Papier, Pailletten, Designpapier, Aquarell, Tinte auf Aquarellpapier, 150 x 180 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.

Die von Wura-Natasha Ogunji, Künstlerin und Kuratorin, kuratierte Art und Weise, wie wir maskieren, erweitert das Werk von Schommers, das sich auf Erinnerungen, Kultur und Identität konzentriert. Sie kehrt zu Erinnerungen an vergangene Zeiten zurück und untersucht eingehend, wie Haare die Identität von Afrikanern prägen. Sie sucht nach dem, was vor der heutigen Haarkultur existierte, sowie nach den Bedeutungen der Frisuren.

Schommers konzeptualisiert einen Raum (oder Räume), in dem das Verständnis von Identität und die Ideale der Schönheit weit entfernt von den in jüngster Zeit konstruierten Darstellungen sind. Sie erklärt: „Die Diskussionen über Frisuren von Afrikanern werden oft von der Kolonialgeschichte, der westlichen Repräsentation und der Wahrnehmung unserer Kultur ohne Rücksicht auf die vorkoloniale Geschichte überschattet. Für meine Recherchen zu diesen Werken beschäftigte ich mich unter anderem mit vorkolonialen Igbo-Frisuren durch die Archivbilder von Agbogho Mmuo (Jungferngeistmaske) unter Verwendung von Internetquellen und dem Buch 'Among the Ibos of Nigeria' von George Thomas Basden. ”

Ngozi Schommers, Selbstporträt. Perforiertes Papier auf Aquarellpapier 100 x 150 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.Ngozi Schommers, Selbstporträt. Perforiertes Papier auf Aquarellpapier 100 x 150 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.

Schommers untersuchte nicht nur vorkoloniale Archive und die Bilder von Agbogho Mmuo, sondern beschäftigte sich auch mit Fotografien aus ihrer Kindheit, um die Frisuren ihrer Mutter und anderer Frauen zu untersuchen. Sie fand bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen damals und heute. In Bezug auf diesen Zusammenhang schreibt Ogunji in der kuratorischen Erklärung: „Wir haben mit einem Foto von stilvollen Frauen in Perücken begonnen. Wie konnten sie wissen, dass ihr Image in dieser Zukunft einen Platz haben würde, dass ihre einfache Pose die Markierungen und Eigenschaften einer noch nicht geborenen Tochter inspirieren würde? Es ist diese Rückkehr und Erinnerung, die die Arbeit vor uns und die Arbeit, die wir als Künstler in der Welt leisten, so eloquent umrahmt. Wir geben uns den 'wachsenden Kreisen' hin. “

Über den Künstler

Ngozi Schommers (* 1974 in Enugu, Nigeria) ist eine nigerianisch-deutsche Künstlerin mit Sitz in Deutschland und Ghana. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Themen wie Identität, Gleichheit, Erinnerung, Kultur, Migration und Kolonialismus. Sie nutzt den Körper und die Erfahrungen des weiblichen Geschlechts, Archivmaterialien und Erinnerungen an ihre Kindheit, um diese Themen anzugehen. Als Künstlerin, die zwischen Westafrika und Europa lebt, bezieht sie Erfahrungen beider Orte in ihre Arbeit ein und erweitert den Diskurs über die vergangenen und gegenwärtigen Beziehungen zwischen den beiden Regionen weiter. Das künstlerische Ergebnis ist eine Kombination von Installationen mit Medien wie Papier, Farbe, Kohle, Faser, Fotografie und Performance. Diese manipuliert sie, um neue Formen und parallele Bedeutungen zu zeichnen.

Schommers präsentierte 2016 ihre erste Einzelausstellung 'We Are Not Welcome Here' in der Rele Gallery in Lagos. Seit 2013 nimmt sie an Gruppenausstellungen in Nigeria teil. In Deutschland war sie Teil der Ausstellung 'The Blind Spot' in der Kunsthalle Bremen, wo sie '(Un) Framed Narratives' präsentierte., Beitrag zu kritischen Dialogen zur Untersuchung der Sammlungsgeschichte der Kunsthalle Bremen in Bezug auf Mäzenatentum und Kolonialhandel. Sie hat ihre Arbeiten auch in der Staedtisch Galerie in Bremen und im Ystad Konstmuseum in Ystad, Schweden gezeigt.

2018 war sie Artist-in-Residence bei der Arthouse Foundation in Lagos. Sie recherchierte und präsentierte Werke mit dem Titel Ìgwè bụ ényí (Es gibt Stärke in Zahlen), Untersuchung von Mutterschaft, Unfruchtbarkeit und den Entscheidungen, die Frauen in Bezug auf Familienplanung treffen. Ihre Studios befinden sich in Takoradi, Ghana und Bremen, Deutschland.