Armand Boua, Les Badès (Les amis), 2017. Acryl & Collage auf Leinwand, 160 x 219 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.

Investec Cape Town Art Fair'19: Armand Boua

KUNST AFRIKA spricht mit Armand Boua

In den letzten 5 Jahren hat Armand Boua seine Praxis stetig erweitert, um die Herausforderungen zu reflektieren, denen sich die Straßenkinder von Abidjan in Elfenbeinküste. Im Februar wird Boua auf der Investec Cape Town Art Fair vertreten sein, vertreten durch LKB / G. KUNST AFRIKA sprach mit Armand, der einige Einblicke in seinen kreativen Prozess und die Themen, die seine Arbeit beschäftigen, teilte.

 

Armand Boua, Les vièx môgô (Les grand frère), 2017. Acryl & Collage auf Leinwand, 160 x 230 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.
Armand Boua, Les vièx môgô (Les grand frère), 2017. Acryl & Collage auf Leinwand, 160 x 230 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.

 

KUNST AFRIKA: Es wird gesagt, dass Ihre Arbeit das Ergebnis kultureller und sozialer Verstrickungen ist. Auf welche Themen beziehen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Armand Boua: Die Straßenkinder in Abidjan sind ein Phänomen, das in Côte d'Ivoire zunehmend zu einer großen sozialen Krise geworden ist. Vor fünf Jahren beschloss ich, meine Arbeit diesem Thema zu widmen, indem ich mich ständig mit diesem Thema beschäftigte und es durch meine Arbeiten weiterentwickelte. Ich habe mich zum ersten Mal während meiner Zeit an der Nationalen Schule der Schönen Künste in Abidjan für dieses Thema interessiert.

 

Armand Boua, Les Shèguès de Djamtala, 2017. Acryl & Collage auf Karton, 91 x 102 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.
Armand Boua, Les Shèguès de Djamtala, 2017. Acryl & Collage auf Karton, 91 x 102 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.

 

Sie arbeiten mit gefundenen Gegenständen, Acrylfarbe und sogar Teer. Warum verwenden Sie diese Materialien besonders?

Ich verwende eine Mixed-Media-Technik („Mixed“ bedeutet für mich ein bisschen von allem), um alles zu reflektieren, was Sie auf den Straßen aus meinen Materialien, den Straßenszenen und meinen Motiven finden können. Ich habe dieses Thema gewählt und Werke geschaffen, die meine Interpretation und Reflexion der Herausforderungen sind, denen diese Kinder gegenüberstehen und wie sie tatsächlich auf der Straße leben. Zum Beispiel finde und verwende ich gerne zerrissene Poster - weil mir die Ausdruckskraft gefällt und wie die zerrissenen und gezackten Kanten bei der Entwicklung meiner gezackten Kompositionen helfen. Zerstörung ist auch in meinen Werken enthalten: Ich füge hinzu, ich entferne, ich füge hinzu, ich entferne - bis ich etwas aufbaue, das die Lebensbedingungen der Kinder widerspiegelt

 

Armand Boua, Les Badès (Les amis), 2017. Acryl & Collage auf Leinwand, 160 x 219 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.
Armand Boua, Les Badès (Les amis), 2017. Acryl & Collage auf Leinwand, 160 x 219 cm. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers & LKB / G.

 

Können Sie uns etwas über Ihren Arbeitsprozess und Ihre Entwicklung Ihrer Stücke erzählen?

Meine Arbeit beginnt mit der Auswahl einer Szene aus den Straßen von Abidjan, die ich dann fotografiere. Das fotografische Bild wird dann auf einem Computer bearbeitet und dann auf die Leinwand- oder Kartonoberfläche der Arbeit projiziert. Dann beginne ich zu malen und kombiniere die bemalte Oberfläche mit gefundenen Postern oder Materialien von den Straßen. In diesem Prozess werden die Arbeiten dekonstruiert und rekonstruiert, bis ich mit der endgültigen Arbeit zufrieden bin.

Wie wird Ihre Arbeit in Ihrem eigenen Land angesichts des Themas aufgenommen? Hat es geholfen, die Notlage der Straßenkinder dort hervorzuheben?

Meine Arbeit wurde in meinem Land sehr gut aufgenommen und ich habe das Gefühl, dass ich als Künstler und Maler weiterhin mein Ziel erreiche, die Notlage von Abidjans Straßenkindern herauszustellen.

Sie haben ausgiebig im Ausland ausgestellt und waren sogar in der Ausstellung 'Pangaea ll' in der Saatchi Gallery in London vertreten. Wie hat diese Exposition Ihrer Meinung nach dazu beigetragen, die Notlage Ihrer Untertanen hervorzuheben, und wie hat sie sich auf Ihre Karriere ausgewirkt?

Dank der Ausstellung 'Pangaea ll' wurde ich sehr schnell sichtbar, was sowohl meiner Arbeit als auch dem Thema, auf das ich mich konzentriere, zugute kam. Die Saatchi-Galerie ist eine sehr bekannte und sehr wichtige Galerie in der Kunstwelt, was meiner Karriere einen großen Schub verlieh, da ich von mehreren Galerien, Sammlern, Journalisten und Kunsthändlern kontaktiert wurde. Dies trug dazu bei, meine Praxis weltweit zu verbreiten und meine Botschaft in viele weitere Teile der Welt zu bringen. Dies ermöglichte es mir auch, meine Arbeit und die Notlage meiner Themen vielen neuen internationalen Zuschauern vorzustellen.