David Goldblatt. Ein Bauernsohn mit seinem Kindermädchen Heimweeberg, Nietverdiend, Western Transvaal. 1964. Silbergelatine-Fotografie auf Papier auf Faserbasis. ca. 30 x 40 cm. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman Gallery

Gedenken an David Goldblatt

Der bekannte südafrikanische Fotograf stirbt im Alter von 87 Jahren, ein enormer Verlust für die Kunstwelt.

David Goldblatt, ein berühmter südafrikanischer Veteranenfotograf, starb am Montag in seinem Haus in Johannesburg. Mit einer kühlen, aber scharfen Offenheit dokumentierten seine Fotografien die Ungerechtigkeiten in der Apartheid in Südafrika.

Peter MacGill von der Pace / MacGill Gallery, die Goldblatt vertritt, berichtet, dass die Todesursache Krebs war. In einer Erklärung berichtet die Direktorin der Goodman Gallery, Liza Essers, von der „unerschütterlichen Unterstützung, dem Engagement und der Mentorschaft“, die Golblatt ihr angeboten hat. Essers beschreibt seinen Tod als "einen bedeutenden Verlust für Südafrika und die globale Kunstwelt". Goldblatt wird an Land von der Goodman Gallery vertreten.

 

David Goldblatt. Ein Ältester der niederländischen reformierten Kirche, der nach dem Sonntagsgottesdienst mit seiner Familie nach Hause geht, George, Kapprovinz. 1968. Silbergelatine-Fotografie auf Papier auf Faserbasis. ca. 30 x 40 cm. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman GalleryDavid Goldblatt. Ein Ältester der niederländischen reformierten Kirche, der nach dem Sonntagsgottesdienst mit seiner Familie nach Hause geht, George, Kapprovinz. 1968. Silbergelatine-Fotografie auf Papier auf Faserbasis. ca. 30 x 40 cm. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman Gallery

 

Goldblatt wurde 1930 in Randfontein westlich von Johannesburg geboren und beschäftigte sich im zarten Alter von 18 Jahren mit Fotografie. Dies fiel mit der Einführung des Apartheidsystems zusammen. Zunächst arbeitete er ausschließlich mit monochromatischen Schwarzweißfotografien und hielt leise den Quotidian eines Landes in einer humanitären Krise fest.

Am bekanntesten sind seine Fotografien aus den 1960er Jahren, die auf subtile Weise die Rassenbeziehungen zwischen der weißen afrikanischen Mittelklasse und der schwarzen Arbeiterklasse vermitteln. Seine Darstellung des angespannten politischen Klimas des Landes weicht von der Darstellung der damals populären Gewalttaten ab. In einem Interview mit dem Fotomagazin ASXGolblatt überlegt, „die Kamera nicht als Waffe im Befreiungskampf zu betrachten, wie es einige seiner Kollegen in Südafrika getan haben. Es war ein Dialog in [seiner] Fotografie zwischen [ihm] sich selbst und dem, was [er] fotografiert hat… “.

 

David Goldblatt. Auspeitschen. 1966. Silbergelatineabzug. Arbeit: 17.1 x 21.1 Zoll. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman GalleryDavid Goldblatt. Auspeitschen. 1966. Silbergelatineabzug. Arbeit: 17.1 x 21.1 Zoll. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman Gallery

 

Sein Fotobuch, Einige Afrikaner fotografiert (1975) versucht, die Werte jener Menschen zu hinterfragen und zu verstehen, die die Apartheidregierung unterstützten. Ein späteres Werk Der Transport von KwaNdebele (1989) dokumentiert das tägliche Leben der schwarzen Arbeiterklasse. Hier fängt Goldblatt den täglichen Weg schwarzer Arbeiter zu und von ihren arbeitslosen Siedlungen in Bantustan ein. Goldblatt merkt an, dass „einige bis zu acht Stunden pro Tag unterwegs waren, beginnend um 02.45 Uhr und gegen 22.00 Uhr nach Hause kamen“.

Goldblatts Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen ausgestellt und in mehreren Büchern veröffentlicht. Zuletzt ist eine dreimonatige Ausstellung von Februar bis Mai 2018 im Centre Pompidou in Paris. Vor seinem Tod veranlasste Goldblatt, dass alle physischen Kopien seiner Arbeiten von der Yale University Art Gallery aufbewahrt wurden. Die Fotos werden in digitaler Form in Südafrika angezeigt.

Er wird von seiner Frau Lily (Psek) Goldblatt, seinen Kindern Steven, Ronnie und Brenda sowie zwei Enkelkindern überlebt. Diese Woche bietet Südafrika eine gute Reise zu einer Speerspitze der künstlerischen Meinungsfreiheit.

Tshepang Pooe ist Praktikant bei KUNST AFRIKA

AUSGEWÄHLTES BILD: David Goldblatt. EIN Bauernsohn mit seinem Kindermädchen Heimweeberg, Nietverdiend, Western Transvaal. 1964. Silbergelatine-Fotografie auf Papier auf Faserbasis. ca. 30 x 40 cm. Mit freundlicher Genehmigung der Goodman Gallery