Ruhe in Frieden Hachalu Hundessa

Porträt von Hachalu Hundessa.

Der äthiopische Protestkünstler Hachalu Hundessa wurde am Montag im Gebiet Gelan Condominiums von Addis Abeba von unbekannten Angreifern erschossen. Er war 34 und wird von seiner Frau und 2 Töchtern überlebt.

Er wurde 1986 in Ambo (ca. 100 km von Addis Abba entfernt) als Sohn einer Oromo-Familie geboren und wuchs singend auf, während er sich um das Vieh kümmerte. Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für Musik und in der Schule setzte er sich gemeinsam mit anderen Schülern für die Freiheit der unterdrückten Oromo ein.

2003 wurde Hundessa verhaftet, weil sie an Protesten gegen die Unterdrückung des Oromo-Volkes durch die damalige Regierung teilgenommen hatte. Er war damals erst 17 Jahre alt, erhielt jedoch eine fünfjährige Haftstrafe. Er wurde 2008 freigelassen. Während seiner Haft lernte er, Musik zu komponieren und Texte zu schreiben. In dieser Zeit schrieb er 9 Songs und 2009 veröffentlichte er sein erstes Album, Sanyii Mootii. 2013 tourte er durch die USA und veröffentlichte sein zweites Album, Waa'ee Keenyaa. Dieses Album war zu dieser Zeit das meistverkaufte afrikanische Musikalbum bei Amazon.

Hundessa weigerte sich, ins Exil zu gehen, um vor der Verfolgung durch die damaligen Regierungsregierungen zu fliehen. Seine Protestlieder vereinten die Oromo und ermutigten sie, sich der Unterdrückung zu widersetzen. Seine Ballade „Maalan Jira“ („Was für eine Existenz gehört mir“) befasste sich mit der Vertreibung von Oromo aus Addis Abba. Monate nach der Veröffentlichung der Single im Juni 2015 kam es in der gesamten Region Oromia zu Protesten gegen den Masterplan von Addis Abeba. Das Lied wurde zu einer Hymne für Demonstranten und zu einem der meistgesehenen Oromo-Musikvideos.

Im Dezember 2017 sang Hundessa bei einem riesigen Konzert in Addis Abeba, bei dem Spenden für 700,000 Oromo gesammelt wurden, die durch ethnische Gewalt vertrieben wurden. Hundessas Lieder fingen Oromos Hoffnungen und Frustrationen ein. 2018 gipfelten die Proteste darin, dass Ahmed Abiy als erster Oromo das Amt des Premierministers übernahm.

Seine Musik und Legende werden ewig weiterleben.