AFRIPEDIA

Das Innovationsproblem (13.3): Im Gespräch mit Teddy Goitom von Afripedia

ARTsouthAFRICA sprach mit Teddy Goitom, Gründer (zusammen mit Senay Berhe und Benjamin Taft) von Afripedia, eine digitale Plattform und ein visueller Leitfaden für Kunst, Design, Musik und zeitgenössische Kultur aus Afrika und afrikanischen Kreativen weltweit. Dieses Interview wurde vollständig in veröffentlicht ARTsouthAFRICA Das Innovationsproblem (13.3).

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Afripedia.

ARTsouthAFRICA: Please tell us about the name Afripedia – while it seems self-explanatory, it can’t escape its similarity to the word ‘encyclopedia,’ which, especially when it comes to Africa, denotes a system of classification; studies on Africa by non-Africans. While this surely isn’t what Afripedia is about, don’t you think it’s interesting that a bunch of guys from Sweden started a platform like this, instead of it being initiated from within the continent?

Teddy Goitom: Die Idee begann in Schweden mit dem Filmprojekt und dem Arbeitstitel Stocktown x Africa, das wir später erweiterten und in Afripedia änderten, als wir feststellten, dass einige Filme nicht den gesamten Kontinent repräsentieren konnten. Wir wollten es zu einer visuellen Plattform und Anleitung erweitern, um mehr Informationen über Kreative innerhalb und außerhalb des Kontinents zu verbinden, zu kuratieren und auszutauschen.

Wir befinden uns noch in der frühen Entwicklungsphase des Aufbaus der Plattform und haben während unserer jahrelangen Forschung starke Netzwerke auf dem Kontinent mit kreativen Hubs, Blogs, Magazinen, Einzelpersonen und Unternehmern aufgebaut. Wir diskutieren, wie eine zukünftige Plattform weiterentwickelt werden kann.

Der Schlüssel ist die Zusammenarbeit und der Zugang zueinander mit Hilfe vieler Kuratoren und Experten auf verschiedenen Gebieten auf dem Kontinent und außerhalb. Die mangelnde Vertretung afrikanischer Kreativer in verschiedenen Bereichen hängt nicht geografisch mit Afrika zusammen, sondern ist auch ein globales Problem.

Es ist fantastisch, eine internationale Plattform wie diese zu haben, um die Arbeit inspirierender afrikanischer Kreativer zu fördern. Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenig Informationen über zeitgenössische kreative Arbeit aus Afrika?

Ich glaube, wir befinden uns in einer Phase des Wandels, in der sich der Zugang zu Informationen über afrikanische Kreative und ihre Arbeit sowohl online als auch über Galerien, die mehr Interesse zeigen, öffnet. Es gibt immer noch so viele visuelle Werke und Kreative, die nicht gesehen oder dargestellt werden. Möglicherweise mangelt es an Informationen und Infrastruktur sowie an Bildung und kultureller Unterstützung aus den verschiedenen Ländern.

Ein weiteres Problem ist, dass Informationen überall verstreut und schwer zu filtern sind. Aus diesem Grund möchten wir eine Afripedia-Datenbank erstellen, in der Quellen synchronisiert, strukturiert und leichter zugänglich sind.

Du hast den Dokumentarfilm gedreht Stocktown x Südafrika vor einigen Jahren. Hat dies Ihr Interesse an der kreativen Kultur hier und auf dem gesamten Rest des Kontinents verhindert?

Before we filmed the documentary in South Africa in 2010, we started the research process in 2009, traveling to Ethiopia, Burkina Faso and Ghana. That’s where we became more interested in what was happening in the creative scene in the various countries on the continent. The Stocktown X South Africa film was the first television pilot that we finalised and we continued producing short films as audience interest grew. They wanted to see more content from other countries.

Sie werden als schwedisch / äthiopisch-eritreischer Inhaltsproduzent beschrieben. Geboren in Jerusalem und aufgewachsen in Schweden. Was genau ist Ihr afrikanisches Erbe?

I’m Ethiopian-Eritrean, so I originate from East Africa. It doesn’t matter where you are born; it’s how you feel inside.

In an interview with Heather Ferrigan, you mentioned an interest in showcasing talented “African role models.” What does an African role model look like to you?

Die in der Afripedia-Reihe vorgestellten Motive sind Beispiele für Vorbilder, die Grenzen überschreiten und Perspektiven verändern. Sie sind Kreative, mit denen wir uns persönlich identifizieren und verbinden können.

Während auf dem Kontinent eine Fülle kreativer Aktivitäten stattfindet - von Modedesign über Tanz und Fotografie bis hin zu Musik -, sind viele dieser Branchen nicht angemessen vertreten. Denken Sie, dass eine digitale Plattform wie Afripedia unbedingt der beste Weg ist, um solche Arbeiten in den Vordergrund zu rücken?

Eine digitale Plattform ist nur eine alternative Lösung aus vielen innovativen Projekten, die wir in Zukunft sehen werden. Unser Ziel ist es, nicht nur eine digitale, sondern auch eine physische Plattform mit Veranstaltungen, Seminaren, Ausstellungen und Räumen zu sein, in denen sich Menschen treffen und gemeinsam kreative Ideen austauschen können.

You describe Afripedia as “a platform and future forum for African creatives worldwide.” Please tell us a bit more about the ‘future forum;’ what do you see Afripedia becoming?

Afripedia wird ein Forum sein - eine Ressourcenbibliothek mit Links zu Kreativen, Kuratoren, Organisationen, Festivals, Kunstresidenzen, Möglichkeiten und Zugang zueinander. Das fehlt jetzt. Um es nachhaltig zu gestalten, möchten wir auch einen Marktplatz schaffen, auf dem Kreative ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit verkaufen können.

Please tell us more about the feature length documentary you’re working on. When should we expect it, and what can we expect to see?

Wir befinden uns in der Entwicklungsphase der Produktion eines Pilotprojekts und werden uns auf einige ausgewählte weibliche Kreative aus dem Kontinent konzentrieren. Sie sind Menschen, die inspirieren und Grenzen überschreiten, und sie sind mit einem globalen Publikum verbunden. Wir streben eine Veröffentlichung für 2016 an.

Da wir uns auf hochmoderne Arbeit, digitale Medien und Kreative konzentrieren, die innovative Ansätze verwenden, um neue Arbeiten zu erstellen, würden wir gerne wissen, was Sie von dem Begriff „afrikanische Innovation“ halten. Gibt es jemanden, den Sie in dieser Hinsicht hervorheben würden?

One highlight in regard to innovation is the talented 3D-artist Andrew Kaggia who featured in our film from Kenya. He used YouTube as a tool to find tutorials to create a 3D animated film titled Wageuzi. In Swahili, it means ‘transformers.’ The film is about the battle for Kenya’s presidency, as imagined by a talented young Kenyan animator. Andrew decided to make a film that would inspire people in his country to cast their ballots responsibly and prove that disability is never inability.